Institut für Deutsche Philologie
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Helen Baur

Helen Baur, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Graduate School Language & Literature

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Ludwig-Maximilians-Universität München
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Deutsche Philologie
Schellingstr. 3 RG
D-80799 München


Sprechstunde:
nach Vereinbarung

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Zur Person

  • geb. 1992 in Aalen (Baden-Württemberg)
  • 2011–2014 Studium der Germanistik und Medienwissenschaft (B.A.) an der Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2015–2017 Studium der Germanistischen Literaturwissenschaft (M.A.) an der LMU München, Schwerpunkt: Neuere deutsche Literatur
  • Seit 2017 Promotionsstudium an der LMU München (Betreuung: Prof. Dr. Christian Begemann)
  • Seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Graduate School Language & Literature München
  • 2018 Aufnahme in die Class of Literature der GS L&L

Forschung

Promotionsvorhaben:

Literarische Bergwelten. Grenz- und Bemächtigungsräume in der deutschsprachigen Prosaliteratur des 19. Jahrhunderts zwischen 1790 und 1910 (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht die Bergwelten in Erzähltexten des 19. Jahrhunderts und die mit ihnen verbundenen mentalitätsgeschichtlichen und poetischen Bemächtigungs- und Domestizierungsstrategien des Menschen gegenüber dem Montanen. Letztere erstrecken sich von ersten mentalen Ermächtigungsversuchen im Sinne von Kants Erhabenheitsbegriff (1790), bis zu den vielfältigen Strategien der praktischen Aneignung im Laufe des 19. Jahrhunderts, wie der Kolonialisierung des Gebirges durch Wissenschaft, Kulturierung und Kapitalisierung und erreichen einen relativen Endpunkt um 1910.
Ort der Reflexion dieser Bewältigungsversuche sind die literarischen und (populär-) wissenschaftlichen Texte des 19. Jahrhunderts. Darin werden Gebirge zu Kollisionszonen, in denen sich die Bemächtigungsstrategien des Menschen gegenüber der Unverfügbarkeit der Natur behaupten müssen. An diese Grundproblematik knüpfen sich zahlreiche Diskurse aus Wissenschaftstheorie und -praxis, über Ökonomie, Subjekttheorie und Wahrnehmungs- und Wirklichkeitskonzepten an, die in den Texten auf der Folie der Bergwelten verhandelt werden. In einer Analyse deutschsprachiger Schlüsseltexte der Erzählprosa des 19. Jahrhunderts von Autoren wie Tieck, Heine, Stifter, Sealsfield und anderen, soll dem Spannungsverhältnis von Domestizierung und Unverfügbarkeit der Bergwelten auf Ebene der Semantisierung, der Funktionalisierung und der Poetologisierung nachgespürt werden.